„Schweißton ist Musik in meinen Ohren...“

Die Erfolgs-Story eines Metallbauers türkischer Abstammung mit deutschem Meisterbrief am internationalen Markt

Was ist das für ein Mensch, der einen Tag vor der Meisterprüfung wegen akuter Blinddarmprobleme operiert wird, und am nächsten Tag – auf eigenen Wunsch – das Krankenhaus für die Prüfung verlässt? Der die Familie mit zwei Kindern und Arbeitstage von 17 Stunden unter einen Hut bringt, Wochenenden inklusive. Der dann, wenn andere Unternehmen mit der Begründung „technisch unmöglich“ abwinken, sagt, „das ist ein Auftrag für uns!“. Der nach neun Jahren Selbstständigkeit über 60 Mitarbeiter an Standorten in zwei Ländern beschäftigt.

Wer Abuzer Colak in seinem Unternehmen erlebt, ihm zuhört, weiß schnell, was das für ein Mensch ist: Er ist ehrgeizig, ein handwerklicher und unternehmerischer Perfektionist, der trotz seines Erfolges absolute Bodenhaftung behalten hat. Ein Work-aholic im Dienste des eigenen Unternehmens, seiner Mitarbeiter und Kunden.

1994 gründet der gebürtige Türke sein Stahlbauunternehmen. Zwei Jahre zuvor hat er mit Bestleistungen (98 von 100 möglichen Punkten) seinen Meisterbrief bei der HwK Koblenz abgelegt. „Hier habe ich die Grundlagen erlernt, auf die ich auch heute noch als Unternehmer zurückgreifen kann“, fasst er in einem Satz seine Sicht der Dinge zusammen, geht es um die Meisterbrief-Diskussion. „Dabei meine ich die handwerkliche Arbeit genauso wie die im betriebswirtschaftlichen Bereich oder der Ausbildung.“ Zu diesen Kenntnissen kommt eine satte Portion Ehrgeiz („Was ich mir in den Kopf setze, schaffe ich auch. Meistens schneller, als ich vorhatte.“). Kein Wunder also, dass aus dem 1-Mann-Betrieb von 1994 ein international aufgestelltes Handwerksunternehmen mit über 60 Mitarbeitern geworden ist. Neben Urmitz produziert Colak auch in Bosnien und Herzegowina. „Keine Billigproduktion, die nach Deutschland exportiert wird. Wir bedienen dortige Märkte. Beide Unternehmensbereiche ergänzen sich.“

Langfristiger Erfolg zählt

„Nicht der Starke gewinnt, sondern der Schnellere”, weiß Colak heute aus seinen Erfahrungen. Damit das Unternehmen, in dem von der Edelstahltreppe, Geländern, Toren und Zäunen aus Metall bis zur Hydraulikanlage, mit der ganze Etagen von Kaufhäusern angehoben werden, alles gebaut wird, schnell die Bedürfnisse der Kunden erfüllen kann, „sind wir unternehmerisch breit aufgestellt. Ob Entwicklung, Neu- oder Umbau – alles, was aus Metall ist, können wir fertigen – das sichert langfristig den Erfolg.“ Und an dem ist Colak interessiert.

Das spiegelt sich auch in seiner Lebensplanung wider: „Bis 35 musst du wissen, ob der eingeschlagene Weg richtig ist, mit 57 Jahren möchte ich das Unternehmen übergeben.“

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Abuzer Colak an einer seiner Arbeit in der Volksbank Mülheim-Kärlich: „Privatkunden „um die Ecke“ zählen genauso zu unseren Kunden wie Unternehmen in Köln .“ Dort haben Colaks Metallbau-Experten jüngst die ganze Etage eines Modehauses angehoben.

Steckbrief: Colak Metallbau, Urmitz
Beratung, Planung, Bau, Montage und Wartung im Metallbau 31 Mitarbeiter, 4 Lehrlinge in Urmitz Tel.: 02630-96 05 20

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Eingespielte Truppe aus Urmitz

Metallbau Colak rechnet mit guten Chancen

Ein ernst zu nehmender Gegner ist die Mannschaft des Metallbauunternehmens Colak, denn seit drei Jahren gibt es eine Betriebsmannschaft.
Ein ernst zu nehmender Gegner ist die Mannschaft des Metallbauunternehmens Colak, denn seit drei Jahren gibt es eine Betriebsmannschaft.

„Ein Unternehmen ist durchaus vergleichbar mit einer Fußballmannschaft. Jeder ist wichtig. Es geht um den Zusammenhalt im Team, die richtige Koordination“, so Abuzer Colak, Handwerksmeister und Geschäftsführer der Firma Colak Metallbau aus Urmitz. Der 42-Jährige hat den Betrieb 1994 gegründet. Heute bilden 25 Mitarbeiter, darunter fünf Lehrlinge, das Team. „Als der Aufruf zum Meisterschuss kam, waren wir direkt begeistert“, erzählt Metallbauermeister Colak. „Seit drei Jahren gibt es eine Betriebsmannschaft. Wir haben bereits in der Vergangenheit Fußball gegen andere Betriebsmannschaften gespielt. Einige Mitarbeiter sind in Vereinen aktiv. Das Spiel auf einem Kleinfeld ist zwar für uns Neuland, aber wir rechnen uns durchaus Chancen aus“, fügt Colak, der auch Europäischer Schweißfachmann ist, hinzu. Er selbst hat lange als Schiedsrichter fungiert, sein Betrieb ist Sponsor vom SG 2000 Mühlheim. Das Durchschnittsalter der Team-Colak-Kicker beträgt 25 Jahre. Der Meisterschuss wird von allen begrüßt, weil er dazu beiträgt, dass „das Handwerk im Gespräch ist“.

Abuzer Colak begrüßt generell die „Morgen Meister!“-Kampagne. „Das theoretische Wissen, das man in der Meisterschule erwirbt, ist nicht zu ersetzen. Oft habe ich im Alltag gedacht: ‚Aha, deshalb war das im Meisterkurs ein Thema’.“ Colak Metallbau betreibt ein eigenes Planungs- und Konstruktionsbüro. Zahlreiche Sonderanfertigungen für private oder gewerbliche Kunden tragen die Handschrift des Urmitzer Unternehmens.

Steckbrief: Colak Metallbau, Urmitz
gegr. 1994 Stahlbau, Schlosserei 25 Mitarbeiter, 5 Lehrlinge Standard- und Sonderanfert. Internet: www.colak-metallbau.de